Social Software

Der Begriff der sozialen Software wurde mit den Entwicklungen des Web 2.0 geprägt. Sie ist die Basis für die weitreichende Entwicklung und die Neubenennung des Webs. Der Begriff Software wird im Zusammenhang mit der Entwicklung des Web 2.0 von dem einstmals geprägten Bild der Alleinnutzung einer Anwendung durch einen Nutzer verändert. Die soziale Software ist nun nicht mehr nur für eine Person zugänglich. Die Software dient sogar dazu mehre Nutzer mit einander zu verbinden. „Soziale Software ist die Gesamtheit einfach nutzbarer Anwendungssoftware zur individuellen oder gemeinsamen Erstellung von Inhalten und Schaffungen von Interaktionen zwischen Inhalten, Personen, Ereignissen und Prozessen. Der Erstellungsprozess wird durch immanente Rückkopplung direkter, systemischer und sozialer Natur beeinflusst und kann fortwährend beobachtet werden. Soziale Software dient der Gestaltung des Informations-, Zusammenarbeits-, Beziehungs- und Reputationsmanagements von Individuen und Gruppen.“[1]

Die vorliegende Definition durch Frank Schönefeld zeigt wichtige Eckpunkte, die die soziale Software ausmachen. Früher war Software nur individuell geprägt. Mit der Entwicklung der sozialen Software wird der Begriff der Software um die Dimension der gemeinsamen Nutzung erweitert.

Ein weiterer wichtiger Eckpunkt der Definition ist die immanente Rückkopplung. Die Produkte herkömmlicher Software standen im Endergebnis fest und wurden weder bewertet noch getestet. Die Rückkopplung bietet sowohl die Möglichkeit des Testens, der Bewertung und sogar der weiteren Bearbeitung. Die Rückkopplung erfolgt auf mehren Stufen. Die folgende Grafik veranschaulicht die aufeinander folgenden Ebenen der Rückkopplung.

 

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Abbildung 1

In dieser Abbildung von Frank Schönefeld wird deutlich, wie die einzelnen Rückkopplungen aufeinander folgen. Die Basisebene, also das Produkt der sozialen Software, wird hier durch den Kreis der sozialen Kreation dargestellt. Dies umfasst alle Prozesse und Schaffungen die innerhalb einer sozialen Software erstellt werden. Innerhalb dieses Kreises sind unterschiedliche Beispiele für solche Software angegeben. Auf den Basiskreis folgt die erste Rückkopplung, die direkte Rückkopplung. Diese Art des Feedbacks betrifft also das Produkt der sozialen Software direkt. Auch hier werden Möglichkeiten und Beispiele des direkten Feedbacks genannt. (Kommentare, Links, Follower) Diese Art der Rückkopplung ist eine direkte Antwort auf das präsentierte Ergebnis. Die zweite Ebene der Rückkopplung baut auf der erste Ebene auf. Diese Ebene wird als systemische Rückkopplung bezeichnet. Die systemische Rückkopplung bietet ein wesentlich weitreichenderes Ausmaß an Beteiligung an. Das Produkt der sozialen Software taucht nun in sogenannten Tag-Clouds auf. Unter der Tag-Cloud versteht man ein Inhaltverzeichnis, das auf Häufigkeit der Nutzung bzw. Abrufung basiert. Je öfter ein Begriff auftaucht und genutzt wird um so sichtbarer (größer hervorgehoben) ist er in der Tag-Cloud. Die Tag-Cloud ist ein systemisches Beispiel für die Ebene der systemischen Rückkopplung. Hinzu kommen solche Begriffe wie Feed-Aggregation oder Navigation. Die dritte und größte und umfassendste Ebene ist die der sozialen Rückkopplung. Hier finden die Prozesse statt, die das Produkt der sozialen Software in den sozialen Zusammenhang bringen. Das Produkt und auch der Produzent erfährt Anerkennung durch sein Umfeld. Das Produkt strahlt eine gewisse Authentizität aus und erfährt ein großes Maß an Aufmerksamkeit.

Aus den zuvor genannten Punkten der Definition der sozialen Software lässt sich auch der wichtigste Punkt der Definition finden und ableiten. Damit soziale Software funktioniert, sind Transparenz und Informationsaustausch eine tragende Komponenten in diesem Konstrukt der sozialen Software. Damit der gemeinsame Schaffensprozess funktioniert, muss er an jeder Stelle sichtbar und nachvollziehbar sein. „Der Erstellungsprozess wird durch immanente Rückkopplung direkter, systemischer und sozialer Natur beeinflusst und kann fortwährend beobachtet werden.“[3]

Transparenz, Rückkopplung und die Ebene der Gruppe sind die ausschlaggebenden Kriterien, die die sozialen Software definieren und ausmachen. Die Möglichkeiten und Vorteile dieser sozialen Software auch im Unternehmen zu nutzen, wird durch die Entwicklung und Prägung des Enterprise 2.0 Gedankens vorangetrieben.


[1] Schönefeld, Frank: Praxisleitfaden Enterprise 2.0 – Wettbewerbsfähig durch neue Formen der Zusammenarbeit, Kundenbindung und Innovation – Basiswissen zum erfolgreichen Einsatz von Web 2.0- Technologien, München 2009, S. 87

[2] Schönefeld, Frank: Praxisleitfaden Enterprise 2.0 – Wettbewerbsfähig durch neue Formen der Zusammenarbeit, Kundenbindung und Innovation – Basiswissen zum erfolgreichen Einsatz von Web 2.0- Technologien, München 2009, S. 84, Bild 3.17: Wirkprinzipien sozialer Software

[3] Schönefeld, Frank: Praxisleitfaden Enterprise 2.0 – Wettbewerbsfähig durch neue Formen der Zusammenarbeit, Kundenbindung und Innovation – Basiswissen zum erfolgreichen Einsatz von Web 2.0- Technologien, München 2009, S. 87

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