Die Hemmschwellen im Kopf- Warum springen wir so ungern über unseren Schatten

Web 2.0, Enterprise 2.0 und Social Networking haben enorme Potentiale nicht nur in Richtung Marketing und Verkauf. Kommunikation, Kollaboration und kreatives Netzwerken sind weitere Vorteile, die sich aus diesen Neuerungen für ein Unternehmen ergeben.

In der Kommunikation können die neuen Instrumente natürlich eine hervorragende Anwendung nach außen sein. Doch auch nach innen oder besonders nach innen, besitzen diese Möglichkeiten ein vielfach unterschätztes bzw. nicht erkanntes Potential. Was kann es besseres geben, als das die innere Kommunikation unkomplizierter, reibungsloser und effizienter funktioniert? Enterprise Mikroblogging wäre hier zum Beispiel eine Anwendungsmöglichkeit. Eine ganzheitliche Kommunikation sowohl innerhalb wie auch außerhalb des Unternehmens schafft ein ganzheitliches Bild des Unternehmens.

Auch die Zusammenarbeit lässt sich durch die neuen Anwendungen wesentlich effektiver gestalten. Meetings sind ortsunabhängig, Dokumente können orts- und zeitunabhängig bearbeitet werden und Fragestellungen und Probleme bleiben nicht in den Schranken der eigenen Gedanken hängen, sondern können durch anderen Blickwinkel besser und konstruktiver gelöst werden.

Das Netzwerken funktioniert in Unternehmen hervorragend auf einer Face-to-Face-Basis, jedoch ist auch immer wieder festzustellen, dass ein solches persönliches Netzwerk auch seine Grenzen hat, vielfach ist es der eigene Fachbereich oder die subjektiv-sympathischen Kollegen (strong ties) . Der Tellerrand des eigenen Erlebnishorizonts wird nicht überblickt. Die Anwendungen aus dem Web 2.0 und Enterprise 2.0 bieten hier eine Netzwerkmöglichkeit mit vielfach größerem Horizont. Zu wissen, wer was wo und wie macht ohne denjenigen persönlich zu kennen (weak ties), hat unglaubliche Synergieeffekte.

Vielfach wird der ROI dieser Anwendungen in den unterschiedlichsten Formen und Varianten angegeben. Aber warum wird dies dann nicht wahrgenommen und warum trauen sich Unternehmen nicht, die Neuerungen einzusetzen bzw. über deren Möglichkeiten nachzudenken?

Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Gründe

  • Angst vor Macht- und Kontrollverlust
  • Angst vor dem Chaos und dem Strukturverlust
  • Angst vor der Technik
  • Ablehnung aufgrund von Nichtwissen
  • Fehlendes Bewußtsein

Es gibt sicherlich noch etliche weitere Gründe,warum man Neuerungen, sind sie auch noch so effektiv, meidet. Grundsätzlich kann aber festgestellt werden, dass die Hemmung im Kopf von Managern und Entscheidern zu finden ist. Nicht zu letzt liegt es daran, dass die Ausbildungswege und Lehrmethoden von vor 20 Jahren den heutigen Auffassungen und Änderungen nicht mehr entsprechen. Hat man in der BWL noch gelernt, dass Einliniesystem und funktionelle Organisation das Non plus ultra der Unternehmensführung sind, so wird man in Anbetracht der heutigen Mittel schnell feststellen, dass solche gezwungenen Strukturen keine Sinn haben und vielfach aufgeweicht werden müssen oder generell neuen Organisationskonzepten weichen müssen.

Es muss ein Umdenken in den konservativen Strukturen in Unternehmen stattfinden.

Weg von der Unmündigkeit des Mitarbeiters hin zur unternehmensumfassenden Zusammenarbeit.

Weg von persönlicher Machtsicherung hin zum Ideenaustausch.

Weg von der Angst vor Veränderung hin zum aufgeklärten Akzeptieren von Neuerungen.

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