Die Sonntagsidee: „Wir-probieren-mal“ Verhalten- Rationalität vs. Trendemotion!

Ein weitere Gedanke der mich seit längerem beschäftigt und wahrscheinlich auch viele andere, die mit Kommunikation im Bereich der Social Media und Co. zu tun haben.

Warum gibt es das „Wir-probieren-mal“-Verhalten in Unternehmen?

Meines Erachtens nach sind Unternehmen planvoll und gewinnorientierte Einrichtungen der Wirtschaft, wobei der Aspekt der Gewinnmaximierung bzw. die Erwirtschaftung von Gewinnen einer der Hauptsäulen der Definition eines Unternehmens sind. Für eine maximalen Gewinn müssen alle Eckdaten, Risiken, Ausgaben usw. bekannt sein. Unternehmen und Betriebe bzw. die Betriebswirtschaftslehre haben allgemeine Formeln entwickelt, die ihnen die Berechnung des Gewinnes und ähnlicher Punkte erleichtert.

Nun werden Unternehmen mit einer neuen Form der Vermarktung und Kommunikation konfrontiert, die dem derzeitigen Trend entspricht und viel Erfolg verspricht. Hierfür gibt es auch genügend Beispiele. Unternehmen X hat mit dem Einsatz der neuen Form enorm viel Zuwachs im Bereich seiner Kunden erreicht. Die Marke ist in ihrer Bekanntheit nach oben geschnellt und ist nun Marktführer in ihrem Bereich. Unternehmen Y hat eine unglaublich innovative Kampagne gestartet und viele gute Meinungen, Anhänger und Presse erhalten. Natürlich handelt es sich bei der angesprochenen Neuerung um die Social Media.

Das Bild der Social Media bei Unternehmen kann nicht besser beschrieben werden als mit der Symbolik der eierlegenden Wollmilchsau. Es scheint fast so, als könne ohne großen Aufwand, in enorm kurzer Zeit ein im Verhältnis unglaublicher Erfolg mit der Social Media erreicht werden. Ganz nach dem Motto: Wir erreichen jetzt jeden, können ihm alles sagen, was er wissen muss über uns und das ohne viel Zeit und Kosten. Aus dieser stark vereinfachten und zugespitzten Einstellung erwächst der Gedanke: Wir können es ja mal ausprobieren.

Die enorme Präsenz der Sozialen Medien in den klassischen Medien wie auch in sich selbst, weckt den Drang, dass man sich schnell damit beschäftigen muss, um nicht den Trend und somit die Chance zu verpassen, dass man ähnlich erfolgreich wie X und Y sein kann. Neuheiten sind vergänglich und sie zu verpassen, führt zum Rückstand oder gar zum Untergang. Auch der Druck des Trends lässt so manches Unternehmen in die „Wir-probieren-mal“-Verhaltensweise einschwenken.

Doch ist dieses Verhalten auch das Richtige?

Es scheint doch so, dass man keinen finanziellen Schiffbruch erleidet, wenn man es mal ausprobiert. Daraufhin folgt dann die Idee, dass man ja mal im Marketing diese neue Form ausprobieren könnte, schließlich kann man schnell und effektive viele potentielle Kunden erreichen.Also macht sich die Abteilung daran, ein kleines bisschen zu probieren. Grundsätzlich ist das ja relativ neu also braucht es auch viel Zeit zum Einarbeiten. Die Agenda des Marketings ist aber mit den klassischen Instrumenten bis zum Jahresende voll belegt. Wir entwickeln kurz ein Konzept und stellen es dann schnell auf eine mögliche Netzwerkplattform. Da kommt uns doch die Popularität von Facebook gelegen und wir setzen da mal was rein.

Viele Unternehmen setzen auf das Schnellschuss-Verfahren im Einsatz der Social Media. Doch leider zeigt die Realität, dass dieses Verhalten schnell auch zu großen Misserfolgen führen kann. Wie unlängst bekannt sind TelDaFax, Pril und andere Unternehmen an den Social Media gescheitert bzw. hat sich ihr Instrument gegen sie gewandt. Ob dies nun an der „Wir-probieren-mal“-Stretgie lag, ist von außen nicht nachvollziehbar, doch ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sagen, dass ein eher planvoller Einsatz vieles verhindern hätte können.

Also warum steigen viele Unternehmen, die jeden Aspekt ihres Wirtschaften kontrollieren, mit der „Probieren-wir-mal“-Taktik in die Social Media ein?

  • schneller Erfolg?
  • geringe Kosten?
  • weil es grade Mode ist?
  • Angst vor dem verpassten Trend?
  • enorme öffentliche Präsenz zum Thema?

Fazit?

Es muss Unternehmen bewußt werden, dass die Sozialen Medien eben nicht die eierlegenden Wollmilchsäue sind. Social Media in die Kommunikation eines Unternehmens einzubinden, kosten jede Menge Zeit. Es mag zwar ein geringer finanzieller Aufwand bestehen, jedoch wird dieser schnell durch den enormen, meist unterschätzen Zeitkonsum aufgewogen.Vor allem muss aber bewußt gemacht werden, dass „Wir-probieren-mal“ in den meisten Fällen ungeahnte und ungeplante Konsequenzen hat. Diese können sowohl finanzielle wie Reputationsschäden mit sich bringen.

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