Ihr Hype Jockeys und Buzzword Miner


Was ist in Euch gefahren, dass nur noch der eigene Selbstzweck Sinn Eurer Berufung ist? Ihr springt auf jedes Thema auf, dass irgendwie den Anschein erweckt, zu einem Hype zu werden. Ihr schaut, dass Euer kleines Ökosystem aus Selbstbeweihräucherung und Selbstzweck den ewigen Kreislauf der Erhaltung geht. Wo sind sie hin die philosophischen Ansätze, die Orientierung am ursprünglichem Social in Social Media?

Ohne Ziel

Genau, ihr habt es aus den Augen verloren, denn die kleinen Details lassen sich viel besser verkaufen, als immer wieder erklären zu müssen, warum man Social als nächsten Schritt in der Kommunikations- und Arbeitsevolution braucht. Euer Streben ist schon lange nicht mehr ausgerichtet an den Vorstellungen von Gemeinsam, Zusammen, Viele, Kreativ oder Wissen. Vielmehr ist es Selbstdarstellung und das Schnappen nach dem nächsten Schlagwortzyklus, die die eigene Herrlichkeit und den Selbsterhalt rechtfertigt. Es wäre vielen vielmehr geholfen, wenn sich nicht jeder neue Kleinigkeiten und Neuschöpfungen ausdenken würde. Bleibt doch endlich mal beim Kern der Sache und: Haltet es einfach.

Ohne Motivation

Warum rege ich mich so auf? Weil Der Hypezyklus um Content, Content-Strategie oder auch Content-Marketing mich nervt. Weil es mir gegen den Strich geht, dass Social Media Gurus und Social Media Spezialisten sich wirklich jedes Thema auf die Fahne schreiben, welches ihnen auch nur ansatzweise Aufmerksamkeit verspricht. Sie springen von einem neuen Begriff zum nächsten, belegen Themen mit nutzlosen Phrasen und Schlagworten und wollen der Welt zeigen, wie hipp diese Themen doch sind.


Ohne Verstand

Was rege ich mich eigentlich so auf? Es ist doch eigentlich ganz im Sinne von Social, dass sich das Wissen verteilt. Wenn dem so wäre, würde ich all meine Wut einpacken und wohlwollend von dannen ziehen. Aber es ist nicht so. Die Social Media Spezialisten und selbsternannten Alleskönner werfen mit Hypethemen und Buzzwordbingos nur so um sich. Dies ist reine Augenwischerei. Sie sind inhaltslos, ohne fundiertes Wissen und schlicht oberflächlich.

Ohne Beispiel

Gerne kann ich dies an einem Beispiel deutlich machen. Vor nicht allzu langer Zeit ist mal wieder das Thema von Email und deren Belastung im Arbeitsalltag aufgekommen. Man sprach von kommunikativer Revolution und der No-Email-Policy. Es scheint also mal wieder ein Trendthema zu sein. Prompt springen die unterschiedlichen Größen der Social Media Welt auf den herannahenden Zug und verkünden Lauthals: Man muss Social Business im Unternehmen einführen und es zum Enterprise 2.0 transformieren. Die böse Email belastet die Mitarbeiter und die Social Media sind das Allheilmittel. Interessant an diesem Aufschrei ist, dass die gleichen Stimmen vor ein paar Jahren noch sagten: Ach, dass mit der Enterprise 2.0 Transformation wird nicht funktionieren und Social Business wird sich eh nicht durchsetzen. Und dennoch schmücken sich die Social Media Profis heute mit diesen Themen.


Ohne Fundament

Vielleicht können einige meine Argumentation nachvollziehen: Man wird nicht durch die Nutzung von Buzzwörtern und Hypethemen zum Experten. Man begreift keine Zusammenhänge und überführt Information in Wissen, wenn man sich an Wörtern festhält und die Ausmaße von unterschiedlichen Social Ansätzen auf immer wieder dieselben Argumente reduziert. Ein Social Media Spezialist kann nicht plötzlich auch Enterprise 2.0 umsetzen. Dafür ist dieser Themenbereich einfach zu komplex. Umsetzung, Erfolgskriterien und Erfolgsfaktoren unterscheiden sich enorm von denen der Social Media, denn wir bewegen uns hier nicht mehr in der Kanalarbeit, Content-Generierung oder Contentmarketing, sondern in der Umgestaltung von Kulturen, ja sogar von ganzen Ökosystemen.

Die selbsternannten Spezialisten sollten sich wieder darauf besinnen, was sie einst enthusiastisch beflügelt hat. Sie müssen den vielzitierten Blick über den Tellerrand wieder wagen und nicht ständig de Löffel der eigenen Suppe als Tellerrand sehen. Es ist wichtig, dass man trotz aller Aufmerksamkeit und dem Fokus auf das eigene Spezialthema immer wieder die Grundessenz löffelt.

Ohne Gemeinheit

Es soll sich niemand persönlich angegriffen fühlen, es sollen sich aber alle an die Nase fassen und erkennen, dass man nicht der Experte für Alles sein kann bzw. der Jockey sein kann, der auf jedem Trend reitet. Natürlich ist es wichtig, dass man sich mit Neuem beschäftigt. Aber man sollte gegenüber dem Neuen auch den gleichen Respekt haben, den der Anfänger davor hat. Man sollte anerkennen, dass es bereits Experten gibt und diese sich schon ausführlicher und abseits von Buzz und Hype mit den Themen beschäftigt haben. Respekt, Bescheidenheit und die Selbstreflektion sind in diesem Fall sehr hilfreiche Instrumente.

Für mich ist dies ganz einfach: Ich bin kein Experte für Social Media, Content Marketing oder ähnlichen Themen. Ich versuche mir ein Grundwissen hierüber anzueignen und das Wissen mit meiner Spezialisierung zu verknüpfen. Ich bin Experte für ein Themenfeld aber dieser Experte bin ich niemals erschöpfend oder perfekt.

Ein Gedanke zu „Ihr Hype Jockeys und Buzzword Miner

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