Social Business Transformation – Warum es immer noch nicht klappt!

Die große Revolution kommt, …

gleich, …

sicherlich bald aber dennoch recht zeitnah, oder?

Eigentlich sind wir ja noch gar nicht so weit und überhaupt will sich so recht keiner damit anfreunden, dass wir neue Methoden, Techniken und Prozesse nutzen wollen. Wir wollen doch zu einem Enterprise 2.0 werden und unser Geschäftsmodell nach Social Business Prinzipien gestalten. Dabei haben wir alle Register gezogen: Kampagnen, Aufklärung, Kommunikation, Training und Veranstaltungen. Dennoch hält sich die Nutzerzahl stark in Grenzen und fällt sogar wieder ab. Was läuft schief?

Eigentlich ist die Antwort einfach wie kompliziert: Der Mensch.

Wir sprechen von einer Welt, in der das Lernen nicht mehr zum Bestandteil des Lebens zählt, sondern in der Routinen und wiederkehrende Prozesse eine gewichtige Rolle spielen. Dieses Zyklen und Standards sind auf der einen Seite sehr hilfreich, da sie Handlungen und Prozesse effizienter und effektiver gestalten. Sie führen aber auch dazu, dass das Erlernen und Ausprobieren von neuen und alternativen Ansätzen außen vor bleibt. Wenn man es radikal betrachtet, sind wir Gefangene unserer eigenen Verbesserungen und anstatt das Neues zu Neuem verhilft, bewegen wir uns eher abwärts, denn wir lernen nicht mehr und handeln nur noch routiniert.

Selektiver Analphabetismus

Auch wenn wir behaupten, dass die Social Media und verwandte Anwendungen Bestandteile unseres Alltags geworden sind, so müssen wir uns dennoch eingestehen, dass kaum jemand die Kenntnisse und Erfahrungen auch nur Ansatzweise auf seine Arbeitswelt überträgt. Wie erleben die Social Media als Bereicherung und Kommunikation in unserem PRIVATEN Umfeld. Das was wir mit diesen Medien machen, ist atemberaubend: schnelle Kommunikation, Entscheidungsfindung, Ideenaustausch und vieles mehr. Aber wir kommen nicht auf die Idee, diese Erfahrung in den Arbeitsalltag unserer Routinen zu übertragen. Die Routinen sind festgelegt und fast unangreifbar. Wir schaffen also nur sehr schwer den Transfer von positiven Effekten aus unserem PRIVATEM in das Berufliche und machen uns selbst gewählt zu Analphabeten in unserem eigenen Können.


Künstliche Abgrenzung

Doch warum gibt es die strikte Abgrenzung? Vieles ist hier hausgemacht. Wir schaffen uns die Grenze vor allem selbst, denn wir schaffen unsere Abgrenzung Arbeit und Privat selbst. Wenn wir in die Vergangenheit schauen, dann war die Arbeit schon immer Bestandteil des Lebens und eben auch des privaten Lebens. Es gab in diesem Sinne keine strikte Trennung. Erst mit dem Fordismus und der hohen Spezialisierung in der Industrie ist auch die Abgrenzung der Arbeit vom Privaten aufgetreten. Grundsätzlich soll die Grenze eine Zone für Erholung und Regeneration bieten, welche durch die Anforderungen von hohen Spezialisierungen notwendig geworden sind. Wenn wir nun aber wieder die Brücke in unsere heutige Zeit schlagen, dann stellen wir schnell fest, dass der Großteil der arbeitenden Menschen emanzipiert über diese Auszeiten und Erholungen entscheiden. Der Mensch hat sich auch in der eigenen Einschätzung und Wahrnehmung weiterentwickelt.

Daher würde ich hier einmal die These aufstellen, dass wir die Abgrenzung von Privat und Arbeit eigentlich nicht mehr brauchen.

Gegenwärtige Entwicklung

Die These lässt sich durch Beobachtungen aus der gegenwärtigen Arbeitswelt stützen. Gerade die aktuellen Generationen die Universitäten und Fachhochschulen aber auch Ausbildungsstätten und Schulen absolvieren, orientieren sich immer mehr an Methoden und Ansätzen des Unternehmertums. Sie werden Freelancer, gründen Startups und planen in jeder Phase ihrer Zeit neue Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten. Auch wenn diese Generation in großen Unternehmen arbeitet, werden sie diese Arbeit eher als Intrapreneure versehen. Sie werden den 9to5 Arbeiter ablegen und die Arbeitszeit selbst gestalten. Der Geist des Unternehmertums verleiht der Generation Z innovativen Schwung und er wird vor allem die Wahrnehmung und Einstellung von Arbeit und Privat verändern – Die Abgrenzung wird durchlässig werden. Natürlich werden sie sich immer die Inseln und Punkte von Rekreation und Erholung schaffen, sie werden aber auch Arbeitszeit in den privaten Raum hineinnehmen und den privaten Raum in die Arbeit mitnehmen.


Aufweichung der Grenze führt zur besseren Umsetzung

Diese Generation wird also die Erfahrungen mit Social Media und Social Software aus dem Privaten auch in die Arbeitswelt übertragen. Sie werden die erste große Gruppe sein, wo der Aufwand für den Wandel fast automatisch von ihnen selbst getragen werden. Es braucht halt nur Zeit.

Es wird zu einem Bruch kommen:

  • Aufweichen der Grenze Privat und Arbeit
  • 9to5 Arbeiter werden Intrapreneure
  • Arbeiten wird selbstbestimmt
  • Arbeitszeit durchdringt Privat und Privat durchdringt die Arbeitszeit
  • Lernen, Innovation und Unternehmertum werden zum Bestandteil in der täglichen Arbeit vieler werden

Und natürlich werden auch einige zurückgelassen. Aber das hat Entwicklung immer schon gemacht.

Ein Gedanke zu „Social Business Transformation – Warum es immer noch nicht klappt!

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